Am 17. Juni 2026 erlebten die zwei Leistungskurse Gesundheit der BGG11a und BGG11b an unserer Schule einen außergewöhnlichen Unterrichtstag.
Normalerweise bleibt die Fachwelt der Spitzenmedizin primär Gegenstand von Lehrbüchern oder Dokumentationen, doch an diesem Mittwoch verwandelte sich unser Chemieraum kurzerhand in ein Labor für Infektions- und Tropenmedizin. Hintergrund dazu war der 17. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT), der im Kölner Gürzenich stattfand. Im Rahmen des Kongresses hatten wir uns für diese Schüler-Uni beworben und die Ausschreibung auch gewonnen. Das war eine große Freude. Drei Infektionsmediziner/innen mit ihrem Team nahmen sich die Zeit, den Kongresssaal gegen unsere Schule einzutauschen, um uns einen tiefen und authentischen Einblick in ihre wissenschaftliche Arbeit zu gewähren.
Der Tag startete mit einem packenden Fallbeispiel, das uns virtuell in das Geschehen einer Notaufnahme versetzte. Schritt für Schritt rekonstruierten wir den Weg eines Patienten, der mit dem dringenden Verdacht auf eine Meningokokken-Infektion eingeliefert wurde. Dabei wurde schnell deutlich, wie viel im Ernstfall auf dem Spiel steht und wie präzise und schnell das medizinische Personal reagieren muss. Es war faszinierend zu beobachten, wie die verschiedenen Rädchen ineinandergreifen und welche medizinischen Fachbereiche – von der Akut- und Notfallmedizin bis hin zur laborgestützten Diagnostik – unter Hochdruck kooperieren müssen, um ein Menschenleben zu retten.
Nach der Theorie folgte der Übergang in die Praxis, der für uns das absolute Highlight des Tages bereithielt. Unter der professionellen Anleitung der Infektionsmediziner/innen durften wir selbstständig arbeiten und Bakterienproben (es waren Bakterien, die keine Krankheiten auslösen) mikroskopieren. Um die Bakterien überhaupt sichtbar zu machen, führten wir eine klassische Gram-Färbung durch – eine der essenziellen Basismethoden der Mikrobiologie zur Klassifizierung von Bakterien. Durch die Färbung werden die Zellwände der Bakterien lilafarben und somit werden diese winzigen Lebewesen sichtbar gemacht. Zu sehen, wie die theoretischen Inhalte aus dem Unterricht plötzlich als klar abgegrenzte Strukturen unter der eigenen Linse auftauchten, war ein absolut faszinierender Moment. In diesem Augenblick begreift man erst richtig, wie die Theorie in der Praxis Anwendung findet. Diese Erfahrung hat bei vielen von uns das Interesse an der biologischen Forschung und der biochemischen Laborarbeit für die Zukunft geweckt und gezeigt, welche Perspektiven sich nach dem Schulabschluss in den Naturwissenschaften und der Medizin eröffnen.
Ergänzt wurde dieser besondere Tag durch ein großes mediales Interesse: Ein Reporter des WDR begleitete uns im Labor mit Kamera und Mikrofon. Er schaute uns über die Schulter, führte Interviews und dokumentierte unsere konzentrierte Arbeit am Mikroskop. Der fertige Beitrag wurde noch am selben Abend in der WDR-Lokalzeit aus Köln ausgestrahlt – eine tolle Anerkennung für das gesamte Projekt. Dieser Forschungstag zur Infektionsmedizin hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie modern und praxisnah Wissenschaft vermittelt werden kann, und wird uns als Orientierung für unseren weiteren Bildungs- und Lebensweg noch lange im Gedächtnis bleiben. Ein herzlicher Dank gilt den Infektionsmediziner/innen Frau Dr. Schneitler, Frau Dr. Grote und Herrn Dr. Eggers und ihrem begleitenden Team fachkundiger MTAs, die diesen Tag möglich gemacht und ihre Begeisterung für die Medizin an uns weitergegeben haben. Darüber hinaus danken wir unseren Lehrerinnen Frau Dr. Kallage und Frau Abts.